Deine Bewegung ist so gut, wie die Idee die Du davon hast.

Ideokinese

   
     
Das Buch, The Thinking Body und die praktische Arbeit von Mabel E. Todd gehen letztlich auf eine Rückenverletzung zurück, die sie als Schülerin erlitt. Die Ärzte erklärten ihr, dass ihr Gehen zeitlebens beeinträchtigt sein würde. Die eigenwillige und dynamische Todd wollte sich mit ihrem Zustand nicht abfinden. Sie suchte immerzu nach Möglichkeiten, ihren Gesundheitszustand zu verbessern. Nach dem Studium eröffnete sie in Boston eine Praxis für Stimmunterricht. Weiterhin suchte sie Wege, um wieder besser gehen zu können. Die Informationen die sie auf dieser Suche gesammelt hatte, bildeten die Basis für ihr Buch, The Thinking Body, (erschienen 1937), auf Deutsch: Der Körper denkt mit, Anatomie als Ausdruck dynamischer Kräfte, (erschienen 2001)
.
Als sich ihre Gehfähigkeit verbesserte, gab sie den Stimmunterricht auf und eröffnete in Boston eine Praxis, in der sie Menschen mit Haltungs- und Bewegungsproblemen unterrichtete. Während des ersten Weltkrieges und bis in die 20er Jahre lehrte sie in Boston. 1929 zog sie nach New York, um ihre Methode am Teachers College der Columbia University in New York zu unterrichten. In dieser Zeit schrieb sie verschiedene Artikel für die Öffentlichkeit und für das New England Journal of Medicine. Sie hielt Vorträge in der New School for Social Research in New York. Mabel E. Todd unterrichtete bis in die 50er Jahre und gab 1953 ihr zweites Buch, The Hidden You, heraus. Sie starb 1956.
Todds Arbeit hat viele Facetten und Dimensionen. Um ein besseres Verständnis für die Reichweite ihrer Arbeit zu geben, werden im folgenden einige inhaltliche Punkte aufgeführt: neuro-muskuläre Erziehung, psycho-physische Erziehung, psycho-motorische Erziehung, ideomotorische Erziehung, strukturelle Hygiene, Körpermechanik, physio-philosophisches Training.
.
Der Begriff „Ideokinese“ wurde vom amerikanischen Klavierlehrer Bonpensière geprägt, der in den 30er Jahren beliebt war. Er nutzte metaphorische Bilder im Klavierunterricht und erfand das Wort „Ideokinese“ (aus dem Griechischen idea = Idee, Gedanke, kinesis = Bewegung), um seine Unterrichtsmethode zu umschreiben.
.
In ihrem 1974 veröffentlichten Buch Human Movement Potential benutzte Dr. Lulu Sweigard, eine Schülerin von Todd und Lehrerin ihrer Methode, den Namen „Ideokinese“. Seither ist dieser Name für Todds Arbeit gebräuchlich.
Sie lehrte in den dreissiger Jahren Ideokinese an der New York University. Die dritte zentrale Wegbereiterin in der Entwicklung der Methodik war Barbara Clark. Sie war Krankenschwester und litt unter einer Gehbehinderung infolge Kinderlähmung. Todd vermochte ihr soweit zu helfen, dass sie wieder gewandt gehen konnte. Clark wurde eine der Lehrerinnen in Todds Studio und spezialisierte sich darauf Kinder zu unterrichten. Alle drei Frauen publizierten ihre Arbeiten in Fachzeitschriften und verfassten mehrere Handbücher.
.
André Bernard führte als ehemaliger Schüler von Barbara Clark die Arbeit von Mabel E. Todd weiter und unterrichtete fast vier Jahrzehnte lang Ideokinese an der University of the Performing Arts. Er entwickelte die Methode beträchtlich weiter. Seine lebenslange Hingabe an das Studium, die Praxis und Vermittlung der Ideokinese verschaffte ihm bald international den Ruf des herausragendsten Lehrers in der Arbeitsweise von Todd. Auch er gab mehrere Schriften heraus. Anfangs der 80er Jahre stellte er Ideokinese in Europa vor. Er unterrichtete 8 Jahre in Bern. Er beschrieb die Methode auch als „Philosophie des Körpers und unsere Beziehung zu ihm“. Er meinte „Viele glauben, dass man ist, was man isst, und ich glaube, dass man ist, was man denkt“! André Bernard starb als „Vater der Ideokinese“ im Mai 2003 in New York.